LEADER-Regionalentwicklung   

 

Am 24.02.2015 überreichte Hessens Umweltministerin Priska Hinz in Wiesbaden den Wirtschaftsförderern Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger die Anerkennungsurkunde für die  LEADER-Region Wetterau/Oberhessen. 2,1 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützen die regionale Entwicklung und fließen in der Förderperiode 2014-2020 aus dem LEADER-Programm in die 17 Wetterau-Kommunen Altenstadt, Büdingen, Butzbach, Echzell, Florstadt, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Münzenberg, Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim, Rockenberg und Wölfersheim. Basis für die Anerkennung war das in 2014 in einem mehrmonatigen Beteiligungsprozess erarbeitete regionale Entwicklungskonzept.

LEADER steht für die "Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft" und ist ein Entwicklungsprogramm der Europäischen Union und des Landes Hessen zur Stärkung und Weiterentwicklung ländlich geprägter Regionen. Im Wetteraukreis waren schon in der vergangenen Förderperiode 2007-2013 elf Kommunen als LEADER-Region Oberhessen anerkannnt. Damals flossen in sechs Jahren 2,15 Millionen Euro in über 50 Projekte.

Interessierte können sich mit ihrem Projektvorhaben, das in die Zielrichtung des regionalen Entwicklungskonzeptes passt, um Fördergelder bewerben. Das bei der Wirtschaftsförderung Wetterau angesiedelte Regionalmanagement ist für Fragen und Beratungen Ihr direkter Ansprechpartner. Die Förderentscheidung trifft der LEADER-Beirat der Regionalentwicklung. Dieser Beirat setzt sich aus Politik und Verwaltung (höchstens 49 Prozent), Privatwirtschaft und Unternehmen sowie zivilgesellschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Organisationen, Vereinen und Initiativen zusammen. Berufen wird er von den sechs Gesellschaftern der Wirtschaftsförderung Wetterau.

 
Regionalmanagement Wetterau/Oberhessen                                                                          
c/o Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH
Hanauer Straße 5                                                                                                                              
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25 Jahre LEADER-Förderung in Hessen
 
„Die Zukunft unseres Landes hängt maßgeblich von der Entwicklung ländlicher Räume ab.
Welche Probleme vorrangig zu lösen sind, wissen die Bürgerinnen und Bürger, Wirtschafts-
und Sozialpartner sowie die Kommunen vor Ort am besten. Um sie bei der Verwirklichung
von Projekten zu unterstützen, gibt es seit mehr als 25 Jahren das LEADER-Programm“,
sagte Umweltministerium Priska Hinz heute in Wiesbaden. Seit Beginn sind insgesamt 100
Millionen Euro öffentliche Mittel von EU, Bund und Land in das LEADER-Programm geflossen,
bis zum Ende der Förderperiode sind noch weitere 31 Millionen Euro vorgesehen.  
„Wir konnten in der aktuellen Förderperiode sogar die Landesmittel erhöhen: Zwischen 2014
und 2020 stehen in Hessen insgesamt 51 Millionen Euro zur Verfügung.“ Allein im vergan
genen Jahr konnten Fördermittel in Höhe von 5,9 Millionen Euro in 151 neue Projekte inves
tiert werden.
Beispiele für erfolgreiche LEADER-Projekte sind in Hessen zahlreich: So konnte etwa der
Dorfladen in Wächtersbach-Aufenau dank LEADER im Jahr 2015 eröffnet werden.  
Beispielgebend ist auch die durch LEADER geförderte Landtourismusinfrastruktur mit den
Qualitätswanderwegen „Lahnwanderweg“, „Habichtswaldsteig“, „Urwaldsteig“, „Alemannen
weg“, „Spessartbogen“ oder die Extratouren im Naturpark Meißner – Kaufunger Wald. Die
Erlebniszentren „Haus am roten Moor“ und Infozentrum „Felsenmeer“ vermitteln vielfältigste
Kenntnisse zu den dortigen Naturparks. Die kulturgeschichtlichen Initiativen zur touristi
schen Erschließung des Limes, das Selterswassermuseum, der Lutherweg, der Hugenotten-
und Waldenserpfad oder die Künstlerkolonie Willingshausen verbinden Generationen und
Regionen.
Lokale Akteure gestalten und entscheiden
Das Besondere am LEADER-Programm ist, dass es den sogenannten „bottum-up“-Ansatz
verfolgt: Die lokalen Akteure entwickeln Projekte, die bei ihnen vor Ort umgesetzt werden
sollen, selbst – unter Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern, Interessenverbänden und der
lokalen Wirtschaft. „Die regionalen Akteure sind bewährte Partner, wenn es darum geht, die
Stärken und Schwächen zu analysieren und eine Strategie für die Gestaltung des regionalen
Lebensumfelds und Wirtschaftsraumes zu entwickeln“, sagte Hinz.
ELER-Ziele geben Rahmen vor
Die Projekte müssen sich dabei an den Zielen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die
Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) orientieren. In der aktuellen Förderperiode 2014 –
2020 sind dies zum Beispiel die Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land-
und Forstwirtschaft, die Wiederherstellung und Förderung der sozialen Eingliederung sowie
der wirtschaftlichen Entwicklung und der Bekämpfung der Armut, die Erhaltung und Ver
besserung von Ökosystemen, die von der Land- und Forstwirtschaft abhängig sind.
„Wir haben als Land Hessen für die aktuelle Förderperiode den höchstmöglichen Beitrag an
eigenen Haushaltsmitteln geleistet, um den finanziellen Rahmen voll ausschöpfen zu kön
nen“, so die Ministerin. 40 Millionen Euro stammen aus dem  Europäischen Landwirtschafts
fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), zwei Millionen sind Bundesmittel der
Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK), weitere knapp zehn Millionen
Euro hat das Land Hessen zur Verfügung gestellt. „Die Förderung ist gerade aktuell so wich
tig, weil in den neuen Richtlinien zum LEADER-Programm ausdrücklich auch Projekte zum
Klimaschutz und zur Klimaanpassung gefördert werden. Gerade hier braucht der ländlichen
Raum unsere Unterstützung.“
24 LEADER-Regionen in Hessen
In der aktuellen Förderperiode 2014-2020 konnte nahezu der gesamte ländliche Raum
Hessens als LEADER-Fördergebiet anerkannt werden. In 24 Regionen haben sich öffentlich
private Partnerschaften als sogenannte lokale Aktionsgruppen (LAG) zusammengefunden
und regionale Entwicklungskonzepte erarbeitet. In den LAG sind Vertreterinnen der jeweili
gen Kommune, der Kammern, lokaler Wirtschaftsverbände und Interessengruppen, Frauen
beauftragte und Sozialpartner vertreten. „Es geht nicht nur um finanzielle Unterstützung, das
Besondere der LEADER-Strategie ist, dass so viele Akteure gemeinsam für die Region arbei
ten. Mitglieder der LAG müssen strategische Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen,
Diskussionen führen und das regionale Entwicklungskonzept zukunftsfähig gestalten. Das
ist Chance und Herausforderung zugleich.“
Aus diesem Grund hat sich das Land Hessen in der aktuellen Förderperiode erstmalig ver
pflichtet, die regionale Arbeit durch finanzielle Unterstützung eines professionellen Regio
nalmanagements zu begleiten. „Alle 24 LEADER-Regionen können nun bei der Finanzierung
eines kontinuierlichen Regionalmanagements von Fördermitteln profitieren Auf diese Weise
werden 75 Prozent der Kosten für das Regionalmanagement von LEADER übernommen“, so
die Ministerin.
 
 

 

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